Sita`s posterous

 
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Datenautobahn

 

Eine Fahrt ins Blaue auf der Datenautobahn

Per Anhalter ins Zentrum des Netzes


Eines schönen Morgens um vier Uhr – es ist neblig und noch dunkel - trifft sich eine merkwürdige Gruppe auf einem Parkplatz nahe der Autobahn. Nacheinander treffen ein: Elke Wolke, Lisa Turtel, Friederike Bortfeld und Franz Schöffe, jeder mit seinem bewährten Fahrzeug: Elke mit Dreirad, Lisa mit Roller, Franz mit seinem nagelneuen Moped und Friederike mit Skatebord. Das sind keine lahmen Fahrzeuge, sondern recht rasante Geräte mit Zauberkraft. Es soll gemeinsam auf eine Reise gehen, eine Mischung aus Fahrt ins Blaue, Expedition und Abenteuerrundfahrt. Der Gruppenleiter, Hansi Pol, wartet schon. Er steht vor seinem himmelblauen Oldtimer-Cabrio und schiebt sich die karierte Schirmmütze über die störrischen Haare.

Die Route soll auf der Datenautobahn Nr. 4 beginnen, das ist keine normale Autobahn, sondern eine wenig bekannte und selten benutzte Straße, welche, wenn man sich auskennt, auf geheimnisvolle Weise direkt ins Zentrum des Netzes führt. Dahin wollen alle reisen, unterwegs an interessanten Punkten auf der Erde, im Wasser und im Weltraum Zwischenstopps einlegen und nach drei Tagen wieder zuhause sein. An den Haltepunkten müssen die Teilnehmer mit winzigen Prototypen von Thermometern, Barometern, Hydrometern und Geometern Messungen vornehmen, welche später ausgewertet werden sollen. Alle haben die Bedingungen unterschrieben und Hansi Pol, der die Planung gemacht hat, schon im Vorfeld von jeder Haftung freigesprochen. Der Kern ist, dass jeder für sich in seinem Tempo losfährt, aber alle miteinander einen virtuellen Blick- und Sprechkontakt behalten und sich die Zwischenergebnisse und alle Abenteuer mitteilen. Sie brauchen nur ein kleines blinkendes Gerät, so groß wie eine Scheckkarte, aus der Tasche zu ziehen, ein paar Tasten zu drücken und die interne und externe Kommunikation läuft wie von selbst. Niemand kann verloren gehen und alle werden der Wissenschaft nützliche Impulse geben. Heerscharen künftiger Passanten stehen schon auf dem Schlauch und warten auf Ergebnisse. Die Teilnehmer sind gerüstet, voller Vorfreude und fühlen sich schon als Pioniere für einen künftigen Daten-Massentourismus in bisher unbekannte Welten.

Nach drei Tagen sieht die Sache so aus: Hansi ist als erster wieder zurück und sitzt wie zuvor verabredet in der Autobahnraststätte. Er vertreibt sich die Zeit damit, die Reiseergebnisse auf seinem iRotatour auszuwerten. Seine Miene ist besorgt, er sieht etwas zerrupft und übernächtigt aus. Ein Schrank von Trucker schiebt sich, Tablett in der Hand, an ihm vorbei und guckt ihm neugierig über die Schulter. Hansi murmelt vor sich hin: „Da, Elke! Schwer zu erkennen, aber ihre Botschaft ist klar. Sie ist in einen See namens Skype gefallen und hat sich nur mühsam aus den Schlingpflanzen befreit. Und dort Friederike: Sie kurvt noch immer mit ihrem Skatebord herum auf der Suche nach dem Stützpunkt Mikologo. Hoffentlich kommen die beiden irgendwann zurück.“ „Häh?“, mischt sich der Trucker ein. „Geiles Gerät. Was machst du damit? Telefonieren?“ Aber Hansi antwortet ihm nicht, sondern fährt fort: „Franz hat sehr erfolgreich das Netz gestreift, ist allerdings per Anhalter 2 Lichtjahre zu weit ziemlich unsanft in Googelinien gelandet. Seine Forschungsergebnis sind vielversprechend, auch die der anderen.“ Er schaltet das Gerät aus. In dem Moment kommt Lisa strahlend herein, den zusammengeklappten Roller über der Schulter. „Auf die anderen müssen wir noch warten, setz dich schon mal hin“. Und beide frühstücken zusammen mit dem Trucker.

 


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