Sita`s posterous

 
Filed under

Ältere

 

Zwitschern Ältere anders?

Bei den Senioren, die im Internet aktiv sind und Twitter für sich entdeckt haben, gibt es so viele Untergruppen, dass es schwerfällt, Gemeinsamkeiten zu finden. Drei Dinge möchte ich herausgreifen:

1. Unsere Oldies zwitschern und tun somit etwas, das die Masse der Alten (noch) nicht macht – bei den „Jungen“ ist das Twittern allerdings auch noch nicht weit verbreitet - .

2. Sie zeigen ein überdurchschnittliches Interesse an dem, was in der Welt vorgeht.

3. Sie haben mediale Kompetenz, kommen also mit Computer und Internet zurecht, einige besser als viele Jüngere.

Inwieweit unterscheidet sich nun das Twittern Älterer von dem jüngerer User? Hierzu einige Thesen:

A . Die Alten haben mehr Zeit, das hat Einfluss auf Tweet-Inhalte und das Ausmaß des Twitterns.

Wer im Ruhestand ist und nicht befürchten muss, dass der Chef hereinschaut und das Twittern unterbindet, kann sorgfältiger formulieren, recherchieren, die maximal 140 Zeichen ausnutzen und, wenn ihm/ihr danach ist, bedenkenlos den ganzen Tag vor sich hin zwitschern.

B. Ältere oder Senioren sind nicht in gleichem Maße wie Junge darauf angewiesen, mit Twittern politischen Einfluss zu nehmen oder Geld zu verdienen.

Betrachtet man die Menge der stündlich und täglich verfassten Tweets aller Nutzer, so stellt sich schnell heraus, dass Twittern längst nicht nur der privaten Selbstverwirklichung dient. Mit Twittern werden berufliche Netzwerke geknüpft und aufgebaut, nützliche und geldwerte Ideen ausgetauscht, es wird Werbung gemacht. Nachrichten werden weltweit in atemberaubendem Tempo gestreut und Meinungen gezielt verbreitet. Es ist zu vermuten, dass Alte im Allgemeinen kritischer sind, weniger manipulierbar und weniger abhängig von fremden Interessen. Noch stehen sie nicht so sehr im Fokus des öffentlichen Interesses. Das  macht ihr Twitterverhalten weniger vorhersehbar und freier. Vielleicht wird sich dies in Zukunft ändern, wenn ihr Status quo sich verändert, Renten nicht mehr steigen und Senioren stärker in Konkurrenz zu Jüngeren treten (müssen) als bisher.

C. Das Twitterverhalten der Senioren ist vorsichtiger.

Sie streben nicht danach, Tausende von „Folgern“ („Followern“) zu haben, sondern lieben eine gewisse Überschaubarkeit. Manche möchten nur zu engeren Gruppenangehörigen, das heißt wenigen ausgewählten anderen älteren Nutzern mit gleichen Interessen, Twitterkontakt haben. Das gilt natürlich nicht für alle. Diejenigen, die im Beruf schon Kontakt zu Jungen hatten, werden auch als Twitterer versuchen, eine Brücke zwischen Alt und Jung zu schlagen. Das finde ich sehr gut, auch wenn Rückschläge und Unverständnis zwischen den Altersgrppen unvermeidbar sind. Aber beide können voneinander lernen und die Älteren haben Grund, auch als Twitterer mutig und selbstbewusst aufzutreten.

Filed under  //   Ältere   Twitter  

Comments [2]