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Drei Mädchen auf dem Sportplatz

Wieder ist es Montag, wieder Vereinsport der Sportabzeichen-Gruppe auf dem Fußballfeld. Der Rasen wird von einer Tartanbahn für Läufe der Leichtathleten gesäumt, überall wird trainiert,  überall gibt es etwas zu gucken: Laufen, Hürdenlaufen, Speerwerfen, Diskus, Hochsprung, dazu die Jugendmannschaft des Fußballvereins. Dieses findet alles,  wenn auch nicht immer gleichzeitig, verteilt auf dem großen Platz statt. 

Während ich mich mit kleinen 1-kg-Hanteln und elastischen Bändern auf der Matte bewege, um mich herum „meine“ Gruppe Freizeitsportler, Frauen und Männer, rennen drei kleine Mädchen auf dem Grün des Fußballrasens im abendlichen Sonnenlicht umher, mal näher, mal weiter entfernt. Vor meinen Augen tollen sie herum: sie sind zwei, vier und sechs Jahre alt, eine Sportkollegin hat sie mitgebracht.

Die Sechsjährige trägt die Vierjährige auf dem Rücken und rennt mit ihr etwa zehn Meter in eine Richtung. Sie quietschen und lachen vor Vergnügen, die Kleinere hängt wie ein Rucksack auf dem Rücken der älteren Schwester, die Arme fest um deren Hals geschlungen. Bisher dachte ich, dass sich nur afrikanische Kinder so verhalten, Dorfkinder oder Slumkinder, die es gewöhnt sind, aufeinander aufzupassen, während die Eltern ihrer Feldarbeit oder sonstigen Beschäftigung nachgehen. Ich hätte meinen Kindern oder Enkeln das Schleppen so schwerer Last wohl kaum erlaubt, aber beim Anblick der fröhlichen Kleinen schwinden meine Bedenken.

Danach kommt ein neues Spiel, bei dem sich auch die Kleinste, die Zweijährige, die mit tapsigen Schritten den Großen hinterherstolpert, beteiligt: Herumrollen. Die Kinder rollen sich wie Kugeln auf dem Rasen, wieder synchron in eine Richtung, dicht zusammen, teilweise nebeneinander liegend, teilweise ineinander verschlungen, wobei das oben liegende und rollende Kind das untere auch mal spielerisch in den Nacken beißt. So erinnern sie an kleine, sich balgende Tierkinder. Dann laufen sie wie auf Kommando los, holen sich in Beuteln das von meiner Mitturnerin bereitgehaltene Essen ab, laufen damit weg, setzen sich hin, dicht zusammen, und essen etwas. Ach ja, und zu Beginn unseres Trainings saßen sie auf kleinen Matten zwischen uns und haben die Gymnastik mitgemacht: Mädchen eben.

Comments (2)

Sep 10, 2009
Ann-Theres said...
Schön festgehaltene Eindrücke... Man kann es sich gut vorstellen...:-)
Sep 28, 2009
Grethe said...
Sehr gut beobachtet und schön geschildert. Erinnert mich ein bißchen an das Herumtollen meiner 3 Enkeltöchter und es fällt mir auch ganz spontan dieses kleine Gedicht von Manfred Sestendrup dazu ein:
Klein sein heißt Knie wund,
klein sein heißt Sand im Mund,
klein sein heißt Wasser spritzen,
klein sein heißt barfuss flitzen,
klein sein heißt Blumen pflücken,
klein sein heißt Gras am Rücken,
klein sein heißt insgeheim
der Erde etwas näher sein!
(aus 'Paul gibt sein Bestes' - Gedichte für die Welthungerhilfe)

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